Heute zählt das Netzwerk über 230 Mitglieder und versteht sich als Dialog- und Umsetzungsplattform für eine Ernährung, die Menschen, Tiere und Umwelt gleichermassen berücksichtigt. Gemeinsam werden Esskulturen gestärkt, Ernährungskompetenzen gefördert und transparente, möglichst regionale Wertschöpfungssysteme unterstützt. Damit trägt das Ernährungsforum auch zur Umsetzung der Strategie «Nachhaltige Ernährung» der Stadt Zürich sowie zu den städtischen Klimazielen im Bereich Ernährung bei.
Aus diesem Austausch und mit Unterstützung u. a. des Zürcher Förderprogramms KlimUp sind konkrete Projekte entstanden. Formate wie die Food Walks & Talks, die Aktionswoche «Bohne auf die Bühne» oder die Entwicklung eines Leitfadens für gemeinschaftlich nutzbare Produktionsräume greifen Themen auf, die zuvor an den runden Tischen diskutiert wurden, und setzen sie in praxisnahen Formaten um.
Ein Beispiel dafür ist der runde Tisch «Produktionsräume », der sich mit der Frage beschäftigt, wie in Zürich mehr Raum für nachhaltige Lebensmittelproduktion und -verarbeitung geschaffen werden kann. Die beteiligten Akteuren und Akteurinnen entwickeln Ansätze für sogenannte Food Production Hubs – gemeinschaftlich genutzte Produktionsstandorte, die Infrastruktur teilen, Innovation ermöglichen und regionale Wertschöpfung stärken.
Aus dem runden Tisch «Ernährungsbildung» entstand das Format FoodWalks & Talks. Es verbindet Fachwissen mit praktischen Erfahrungen und vermittelt Inhalte sowohl online als auch vor Ort. Führungen, Gespräche und Begegnungen zeigen entlang der Planetary Health Diet, wie Ernährung, Gesundheit und Klima zusammenhängen. Unter dem Motto «Probier mal!» werden Konsumenten und Konsumentinnen eingeladen, neue Lebensmittel zu entdecken, Hintergründe zu verstehen und bewusste Entscheidungen im Alltag leichter umzusetzen.
Den Auftakt bildet ein Online-Talk mit der Ernährungswissenschaftlerin Dr. Melanie Loessner von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung. Sie erläutert, wie die neue Lebensmittelpyramide im Alltag umgesetzt werden kann und welche Rolle sie im Zusammenhang mit Gesundheits- und Klimafragen spielt.
Aus einem weiteren runden Tisch entstand zudem die Idee zur Aktionswoche «Bohne auf die Bühne». Sie stellt Schweizer Hülsenfrüchte in den Mittelpunkt und möchte sie stärker als zentralen Bestandteil von Mahlzeiten etablieren. Vom 13. bis 19. April laden rund 20 Betriebe der Privat- und Gemeinschaftsgastronomie Gäste ein, Gerichte mit Bohnen, Linsen oder Kichererbsen zu probieren und neu zu entdecken.
Die Initiative verfolgt das Ziel, einen stabilen Kreislauf für den Absatz und die Verwendung von Schweizer Hülsenfrüchten aufzubauen. Landwirtschaft, Gastronomie und Konsument:innen werden miteinander verbunden: Produzent:innen erhalten neue Absatzmöglichkeiten, Küchen sammeln Erfahrungen mit Rezepten und Produkten, und Gäste lernen genussvolle pflanzenbasierte Gerichte kennen.
Begleitet wird die Aktionswoche von Weiterbildungsangeboten für Gastronomiebetriebe sowie von der Veröffentlichung der entwickelten Rezepte. So entsteht ein Fundus an praxiserprobten Gerichten und Erfahrungen im Umgang mit Schweizer Hülsenfrüchten.
Die Pilotphase in Zürich soll den Weg für eine breitere Umsetzung ebnen. Ab 2027 ist eine Ausweitung auf weitere Städte geplant – mit dem Ziel, Hülsenfrüchte langfristig stärker in Gastronomie und Alltag zu verankern und damit einen Beitrag zu einer vielfältigen, klimafreundlicheren Ernährung zu leisten.