Für die Qualitätsvielfalt in der kleinstrukturierten Schweizer Lebensmittel-Praxis ist dies von entscheidender Bedeutung. Nur so lässt sich die durch Kundschaft und rechtliche Anforderungen verlangte Rückverfolgbarkeit und separierte Aufbereitung sicherstellen.
Schweizer Qualitätsprogramme wie «Suisse Garantie», Herkunfts- und Regional-Auszeichnungen sowie Verbandslabels wie «IP Suisse», «Bio Suisse» und die darauf basierenden Eigenmarken des Detailhandels haben eines gemeinsam. Sie alle verlangen den gesicherten Ausschluss von gentechnologischen Verfahren (GVO). Die im internationalen Vergleich einzigartige Grundlage dafür bildet ein Volksentscheid.
Im Jahr 2005 hat das Schweizer Stimmvolk mit der «Gentechfrei»-Initiative ein Moratorium für GVO in der Landwirtschaft angenommen. Seither mehrfach verlängert, stimmte das Parlament 2025 erneut einer Verlängerung bis Ende 2030 zu.
Zeit für Standortbestimmung
Mit Verweis auf die postulierte «neue Gentechnik» steht die Zukunft des Moratoriums heute zur politischen Debatte. Unbestritten ist die Tatsache der technologischen grossen Entwicklung bei den Zuchtmethoden. Die «Schweizer Allianz Gentechfrei» SAG vertritt jedoch erwartungsgemäss eine klare Haltung: «Neue gentechnische Verfahren sind Gentechnik und müssen entsprechend reguliert werden.» Ende Februar 2026 reichte eine vielfältige Allianz aus Züchtung, Verarbeitung, Landwirtschaft, Handel, Konsumenten- und Umweltschutz, sowie Kirche und Entwicklungszusammenarbeit die «Lebensmittel-Schutz-Initiative» ein. Das Volksbegehren verlangt, dass die «gentechnikfreie Landwirtschaft bei einer Anwendung neuer gentechnischen Züchtungsverfahren nicht negativ tangiert» und zudem «die Kosten und Aufwände der Koexistenz nicht auf die gentechnikfreie Produktion abgewälzt» werden.
Die «Lebensmittel-Schutz-Initiative» bietet die Chance für eine umfassende politische Debatte für eine zukunftsfähige Regelung. Für neue gentechnischen Technologien stellt sich dabei sowohl die Chance und Herausforderung, den konkreten agronomischen, ökonomischen und ökologischen Nutzens aufzeigen.