Bio-Umsatz knackt Viermilliardengrenze

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Bio Suisse präsentierte anlässlich der Jahresmedienkonferenz die aktuellen Zahlen zur Entwicklung von Bio in der Schweiz. 2021 bestätigte die Bio-Branche das ausserordentliche Wachstum des Vorjahres und legte erneut um 3,9 Prozent zu. Aktuell sind 7473 Höfe Knospe-zertifiziert. Aufgrund der grossen Nachfrage werden aktiv Betriebe gesucht, die zur Knospe wechseln wollen.

Trotz des pandemiebedingt ausserordentlich starken Wachstums im Vorjahr kauften die Schweizerinnen und Schweizer auch 2021 nochmals mehr Bio-Lebensmittel (+150 Mio. CHF). Insgesamt setzten Detailhandel und Direktvermarktung erstmals mehr als vier Milliarden Franken mit Bio-Produkten um. Damit stieg der Umsatz seit 2016 um 1,5 Milliarden Franken. Der Marktanteil stieg 2021 um 0,6 Prozent und beträgt neu 10,9 Prozent. Die beliebtesten Produkte sind wie schon in den Vorjahren Eier (29,2% Marktanteil), Brot (26,3%) und Gemüse (23,8%). Das schlechte Wetter im letzten Sommer führte zeitweise zu Engpässen bei Gemüse und Salat, weshalb die Umsätze in diesem Segment sanken.

Generationenwechsel spürbar
Aktuell arbeiten 7473 Landwirtschaftsbetriebe nach den Richtlinien von Bio Suisse, die 177’060 Hektar Landwirtschaftsfläche bearbeiten (+4000 ha). Die meisten Neuumstellungen stammen aus den Kantonen Bern (+47 Bio-Höfe), Waadt (+32) und Aargau (+24). Mit 63,9 Prozent hat der Kanton Graubünden unangefochten den grössten Anteil Bio-Betriebe. Schweizweit tragen 16,8 Prozent der Bauernhöfe die Bio Suisse Knospe. Mit 23 zusätzlichen Betrieben ist der Netto-Zuwachs geringer als in früheren Jahren. Das liegt auch am Generationenwechsel, der aktuell im Gange ist und zu mehr Betriebsaufgaben führt als in früheren Jahren. Bio Suisse rechnet aber aufgrund der steigenden Nachfrage nach Bio-Produkten im Detailhandel wieder mit einem stärkeren Zuwachs im laufenden Jahr. Schliesslich entschieden 2021 verschiedene Detailhändler, noch stärker auf Bio zu setzen. An der Umstellung interessierte Betriebe sind gesucht, vor allem in den Bereichen Rindfleisch (siehe unten) und Ackerkulturen, zum Beispiel Sonnenblumen, Weizen, Eiweiss- oder Zuckerkulturen.

Nachhaltigkeit und Ernährungssicherheit gehören zusammen
Mit jeder zusätzlichen Hektare Landwirtschaftsland, die auf Bio umgestellt wird, steigt die Nachhaltigkeit des Ernährungssystems in der Schweiz. Die Produktion gesunder und schmackhafter Lebensmittel und Ökologie gehören dabei auch in geopolitisch unsicheren Zeiten zusammen. Sie sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Nachhaltige Landwirtschaft leistet einen messbaren Beitrag für Ernährungssicherheit, Gesundheit von Menschen, Tieren und Böden, Wasserqualität, Biodiversität und Klimaschutz. Entscheidend für den ökologischen Fussabdruck ist der bewusste Konsum tierischer Produkte und der Food Waste. Die Lösung heisst Ressourceneffizienz: Reduktion der Verschwendung (Stop Food Waste), mehr Pflanzenproduktion für den Menschen (Feed no Food), weniger, dafür nachhaltig produzierte tierische Produkte und deren vollständige Verwertung (From Nose to Tail).

Strengere Richtlinien, mehr Tierwohl
Im letzten Jahr ist es gelungen, gemeinsam mit anderen Akteuren des Lebensmittelsystems in wesentlichen Bereichen der Landwirtschaft nochmals nachhaltiger zu werden. Insbesondere fürs Tierwohl hat Bio Suisse einen richtungsweisenden Entscheid gefällt, und es traten neue Regelungen in Kraft. So beschloss im November die Delegiertenversammlung den Ausstieg aus dem Kükentöten per 2026. Ab dann sollen alle Küken leben. Und zu Beginn dieses Jahres traten neue Richtlinien für die Wiederkäuerfütterung in Kraft. Kühe, Schafe und Ziegen erhalten nur noch Schweizer Knospe-Futter und maximal 5 Prozent Kraftanteil (zuvor 10%, EU-Bio bis 40%). Der geringere Kraftfuttereinsatz fördert die Tiergesundheit.

Quelle BioSuisse