Am 28. und 29. Januar 2026 traf sich die Schweizer Logistik- und Intralogistikbranche an der «Logistics & Automation». Unter dem Motto «Discover, Learn, Connect» standen zukunftsweisende Lösungen in den Bereichen Automatisierung, künstliche Intelligenz sowie nachhaltige Logistik- und Intralogistikkonzepte im Fokus. Die von GS1 Switzerland organisierte eine «Guided Tour 2D-Codes» und lieferte zusätzliche Impulse für die Branche.
Einen zentralen Schwerpunkt bildete die Weiterentwicklung von Identifikations- und Codierungstechnologien. Jonas Batt, Head of Industry Engagement Consumer Goods/Retail bei GS1 Switzerland, zeigte auf, wie GS1 mit dem Übergang vom klassischen Barcode hin zum Smartcode (2D- bzw. QR-Code) die Komplexität in der Lieferkette reduzieren will. Ziel ist es, transparente und durchgängige Kreislaufsysteme zu ermöglichen, die sowohl regulatorische Anforderungen – etwa im Rahmen der EU-Verordnung «Ecodesign for Sustainable Products» – als auch effiziente Prozesse sicherstellen. Behörden fordern zunehmend detaillierte Produktinformationen, die sich über 2D-Codes deutlich flexibler abbilden lassen.
Wie diese Konzepte in der Praxis umgesetzt werden können, zeigte unter anderem Markem-Imaje. CIS Account Manager Ingo Dürrbaum präsentierte Kennzeichnungshardware- und Softwarelösungen, die von der Planung über die Produktion bis zur direkten Konsumentenansprache reichen. Situationsbezogene Inhalte, dynamische URLs und QR-Codes eröffnen neue Möglichkeiten, etwa für personalisierte Rabattaktionen an der Kasse oder zur Optimierung der Regallogistik. Ein Praxisbeispiel mit einer 3er-Packung Kägifrettli verdeutlichte die durchgängige Serialisierung und Aggregation über alle Verpackungsebenen hinweg – vom Einzelprodukt bis zur Palette. Die technische Partnerschaft mit Cognex und die vollständige Integration der Kamerasysteme in die Markem-Imaje Softwareplattform Colos bildet dabei die Grundlage für eine konsistente Datenerfassung.
Auch Wipotec stellte die End-of-Line-Qualitätssicherung in den Fokus. Key Account Manager Axel Burger erläuterte, wie das Unternehmen seine Wurzeln im Waagenbau mit moderner Kamera-, Druck- und Auswurftechnik kombiniert. Die Systeme verknüpfen Wiegedaten mit Bildauswertungen, sodass selbst kleinste Abweichungen oder Beschädigungen erkannt und dokumentiert werden. Die Kameraauswertung erfolgt dabei vollständig inhouse und ermöglicht eine lückenlose Rückverfolgbarkeit.
Als integrativer Lösungsanbieter präsentierte sich Peyer Marking. Geschäftsführer Philip Bauer betonte die Stärke des Unternehmens in der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit verschiedenen Herstellern. Dadurch könne Peyer Marking flexibel auf Kundenanforderungen in den Branchen Food, Beverage, Pharma und Industrie reagieren. Kurze Entscheidungswege, eine enge Materialabstimmung und Projektlaufzeiten von wenigen Tagen bis maximal drei Monaten zeichnen den Ansatz aus. Als Premium Solution Partner von GS1 ist das Unternehmen zudem eng in die Weiterentwicklung von Standards eingebunden.
Im Bereich Datenerfassung und Warenein- und -ausgang zeigte die ProLogistik Group innovative Scannerlösungen. Key Account Manager Martin Müller stellte robuste Codeleser für den Tiefkühlbereich sowie besonders leichte Handscanner vor, die über Bluetooth mit MDE-Geräten gekoppelt werden können. Mit einer Reichweite von bis zu sechs Metern und einem Gewicht von nur 15 Gramm tragen die Geräte zur Ergonomie und Arbeitssicherheit bei.
Abgerundet wurde das Thema Codierung durch Videojet. Geschäftsführer Mirko Ackermann gab einen Überblick über die unterschiedlichen Drucktechnologien für 2D- und QR-Codes – von Inkjet- über Thermotransfer- bis hin zu Laser- und Etikettendrucksystemen. Je nach Material, Produktionsgeschwindigkeit und Zertifizierungsanforderung seien unterschiedliche Technologien notwendig. Während UV-Laser etwa Monomaterialien chemisch markieren können, ermöglichen integrierte Prüfsysteme die automatische Qualitätskontrolle des Druckbildes – bis hin zum Produktionsstopp oder Ausschleusen fehlerhafter Produkte.
Die «Logistics & Automation 2026» zeigte eindrücklich, dass Standardisierung, Digitalisierung und intelligente Automatisierung entscheidende Hebel für eine zukunftsfähige Logistik sind. Der intensive Austausch zwischen Industrie, Technologieanbietern und Standardisierungsorganisationen unterstrich den Stellenwert der Messe als Innovationsplattform für die Schweizer Logistikbranche.