Krise als Chance zur Rückbesinnung auf unsere Werte

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Aktuell sieht vieles düster aus. Ein Impfstoff gegen das neuartige Corona-Virus SARS-CoV-2 ist noch nicht in Sicht, und niemand weiss, wie lange die ergriffenen Massnahmen noch notwendig sein werden. Eine Phase des wirtschaftlichen Abschwungs oder sogar eine Depression werden von vielen als unausweichlich gesehen. Klar ist: Die Zahlen zu Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit schnellen schon jetzt in die Höhe, und viele Unternehmensschliessungen werden sich kaum vermeiden lassen. Da ist es nur verständlich, dass zahlreiche Stimmen nach staatlichen Hilfen rufen. Besonders Selbstständige und KMU benötigen nun schnelle und unbürokratische Unterstützung, um die Krise abfedern und Insolvenzen vermeiden zu können. Besonders gilt dies für die Lebensmittelbranche, die mit der Sicherstellung der Versorgung mit Lebensmitteln auch eine grosse Verantwortung trägt. Wenn jedoch, etwa in Deutschland, unter Androhung eines möglichen Zusammenbrechens der Versorgungssicherheit eine Verschiebung und Anpassung der neuen Düngemittelverordnung und eine Lockerung von Arbeitszeitregelungen von Saisonarbeitskräften gefordert werden, wenn auf europäischer Ebene der Green Deal auf Eis gelegt werden soll, spätestens dann sollten wir innehalten und uns fragen an welchen Zielen sich die Hilfsmassnahmen orientieren sollen.

Wir sollten uns fragen, wie wir in Zukunft leben wollen und welche Werte uns wichtig sind.  Wollen wir Geschäftsmodelle am Leben erhalten, die auf sozialer und ökologischer Ausbeutung basieren und damit die gleichen Fehler wie schon während der Finanzkrise 2008 begehen? Krisen bergen ein enormes Potenzial für strukturelle Veränderungen. Sie bieten eine einzigartige Chance, die Weichen zu stellen für ein zukunftsfähiges Wirtschaften. Die entschlossenen Handlungen von Politik und Zentralbanken haben die Möglichkeiten für diese Veränderungen geschaffen. Aber noch ist offen, ob wir mit den gewaltigen finanziellen Mitteln den nicht-nachhaltigen Status quo weiter zementieren oder mit zukunftsfähigen Geschäftsmodellen gestärkt aus der Krise hervorgehen. Ein Anfang wäre gemacht, wenn die Inanspruchnahme staatlicher Unterstützungen mit einem Bekenntnis und der Selbstverpflichtung zu mehr Nachhaltigkeit und zur Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung einhergehen müssten. Damit würde Unternehmen die Botschaft vermittelt, was wir als Gesellschaft zukünftig von ihnen erwarten. Es geht darum, bereits jetzt über diese Krise hinauszudenken und andere sich bereits intensivierende Krisen wie den Klimawandel, Artenverlust oder soziale Ungleichheit nicht aus den Augen zu verlieren.

Die jetzt auf den Weg gebrachten Massnahmen sollten auch nicht als reine Nothilfe, sondern als Investition gesehen werden. Wir müssen in diejenigen Landwirte, Unternehmen und Geschäftsmodelle investieren, die bereits jetzt aktiv Klimaschutz und eine biodiversitätsfördernde, ressourcenschonende Landwirtschaft betreiben. Diese Unternehmen, die schon lange ihren Beitrag zum Gemeinwohl und zur Vermeidung zukünftiger Krisen leisten, müssen der Treiber für die wirtschaftliche Gesundung und die Grundlage für langfristigen Wohlstand sein.

In jedem Unternehmen sollten wir uns fragen, wie wir unsere Geschäftsmodelle anpassen können, um für zukünftige Krisen besser aufgestellt zu sein. Gerade in globalen Lebensmittelwertschöpfungsketten stärken die Transparenz und das Wissen um ökonomische, ökologische und soziale Risiken nicht nur die Resilienz der Unternehmen selbst, sondern auch die Fähigkeit der Wirtschaft und unserer Gesellschaft generell, mit Krisen umzugehen. Lassen wir gemeinsam die Chance, die uns diese Krise bietet, nicht ungenutzt und stellen schon jetzt die Weichen für ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Wirtschaften!

Moritz Teriete ist seit 2014 Geschäftsführer der Sustainable Food Systems GmbH (www.sustainable-food-systems.com).

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Weltweite Messe aller Frisch-Produkte

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Als internationale Weltleitmesse mit dem ausschließlichen Fokus auf Embedded-Technologien.

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Datum: 26. Februar - 03. März 2023

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