Agrarminister Guy Parmelin nahm die Empfehlungen entgegen. (Caroline Krajcir ,Ernährungszukunft Schweiz / CC BY 2.0)

Neues Ernährungsystem gefordert

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Am Ernährungssystemgipfel hat ein wissenschaftliches Gremium zur raschen Transformation des Ernährungssystem aufgerufen und konkrete Massnahmen vorgeschlagen.

Es müsse dringend gehandelt werden, erklärte Lukas Fesenfeld am Ernährungssystemgipfel an der Universität Bern. Fesenfeld ist Leiter des wissenschaftlichen Gremiums Ernährungszukunft Schweiz, das am Gipfel seine Empfehlungen präsentierte. «Wenn wir nicht rasch mit der Transformation zu einem nachhaltigen Ernährungssystem beginnen, gefährden wir die Grundlagen des Wohlstandes in der Schweiz und die Ernährungssicherheit», so Fesenfeld.
Das Gremium schlägt in seinem Leitfaden einen vierstufigen Handlungspfad vor, mit dem das ganze Schweizer Ernährungssystem möglichst schnell transformiert werden soll. Zunächst fordert das Gremium die Einführung eines Transformationsfonds mit dem unter anderem Informationskampagnen durchgeführt, Bildung angeboten oder die nachhaltige Ausser-Haus-Verpflegung gefördert werden soll.  

Konkrete Massnahmen vorgeschlagen
Im zweiten Massnahmenpaket stehen regulatorische Massnahme im Fokus. «Wir wollen konkrete Ziele vorlegen», sagt Fesenfeld. Diese dürften nicht zu stark auf die Landwirtschaft ausgerichtet sein, da sich diese sonst bedrängt fühle, was für den ganzen Prozess hinderlich sei. Der Schweizer Bauernverband kritisiert jedoch gerade, dass die Massnahmen hauptsächlich auf die Landwirtschaft abzielten. In der Liste der Massnahmen aufgeführt ist unter anderem die Einführung einer Stickstoff-, Amoniak- und Phosphorüberschussabgabe, höhere Zölle für tierische Produkte, importierte Futtermittel und Mineraldünger sowie die Streichung öffentlicher Förderung von Werbung für Fleischprodukte.  

Kritik vom Bauernverband
Der Schweizer Bauernverband sieht es zwar als positiv an, dass gemäss Empfehlungen des Wissenschaftsgremiums die ganze Wertschöpfungskette in die Pflicht genommen werden soll. Dahingehend herrscht mittlerweile ein breiter Konsens der Stakeholder. Der SBV kritisiert aber, dass die meisten konkreten Massnahmen auf Stufe Landwirtschaft vorgesehen seien und zu weit gingen. Die Massnahmen in der zweiten vorgeschlagenen Phase fokussierten fast ausschliesslich auf äusserst einschränkende, kostentreibende und einschneidende Massnahmen bei den Bauernbetrieben, so der SBV in einer Mitteilung. Auch in der dritten Phase würden sich die Empfehlungen fast nur auf die Agrarpolitik und die Landwirtschaft konzentrieren. Von einer fairen Verteilung der Verantwortung für eine nachhaltige Ernährungspolitik auf die ganze Wertschöpfungskette könne so keine Rede sein. Die Diskussion über die Weiterentwicklung der Agrar- und Ernährungspolitik solle auf Basis des vom Bundesrat verabschiedeten Postulatsberichts unter der Federführung der Institutionen des Bundes erfolgen, so der Bauernverband.


Verbot von Fleischaktionen gefordert
Im dritten Paket stehen agrarpolitische Massnahmen wie die Anpassung von Direktzahlungen sowie eine Unterstützung für den ländlichen Raum etwa durch mehr psychosoziale Angebote auf dem Programm. Im vierten und letzten Paket geht es erneut um regulatorische Massnahmen, darunter das Verbot von Aktionen für tierische Produkte im Detailhandel. Diese Tiefstpreis-Aktionen sind auch dem Bauernverband ein Dorn im Auge, er lehnt jedoch staatliche Eingriffe ab, wie Direktor Martin Rufer kürzlich an einer Veranstaltung erklärte.
Die Ernährungsempfehlungen dürften vielerorts in der Landwirtschaft auf wenig Gegenliebe stossen, fordert der Leitfaden doch eine Halbierung des Konsums von Fleisch und Milchprodukten. «Wir sollten weiterhin tierische Produkte konsumieren, jedoch in einem reduzierten Rahmen, wie es historisch der Fall gewesen ist», so Fesenfeld. Eine Reduktion des Konsums von Milchprodukten in der Schweiz bedeute zudem nicht, dass die Produktion im selben Rahmen heruntergefahren werden müsse. Als Grasland mit Standortvorteil könnten seiner Ansicht nach auch mehr Produkte exportiert werden.

Zukunftskommission gefordert
Politisch vorwärtsgehen soll es mit einer «Zukunftskommission Ernährungssystem». Diese soll idealerweise durch das Parlament einberufen werden und bis 2025 stehen. Zwecke ist es alles Stakeholder an einen Tisch zu bringen und gemeinsam Empfehlungen für den legislativen Prozess zu entwickeln.
Am Gipfel wurden die Empfehlungen des Bürger:innenrates sowie der Leitfaden des Wissenschafts-Gremiums an Bundesrat Guy Parmelin übergeben. Die Ziele des Bundesrates stimmten gut mit den Empfehlungen überein, so Parmelin. Es sei nicht möglich, die Bereiche Agrarpolitik, Ernährungspolitik und Umweltpolitik zu trennen. Der Bundesrat hatte letzten Sommer einen Bericht zur künftigen Ausrichtung der Agrarpolitik publiziert. Er zeigt auf, wie im Zeithorizont bis 2050 die Ernährungssicherheit durch Nachhaltigkeit von Produktion bis zum Konsum gewährleistet werden kann.

Weitere Informationen unter www.lid.ch

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Bezugsquellenverzeichnis