Der Verein für gentechnikfreie Lebensmittel reichte heute die Lebensmittelschutz-Initiative ein. Die Initianten lehnen damit die Innovation im Bereich der Pflanzenzüchtung in der Schweiz komplett ab. Das steht im Widerspruch zum Forschungsstandort Schweiz, zum Ziel einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion und zur internationalen Entwicklung. Allein in Deutschland sind mehr als 200 Pflanzenforschungsprojekte mit neuen Züchtungstechnologien registriert.
Zahlreiche Länder behandeln Pflanzen aus den neuen Züchtungstechnologien rechtlich ähnlich wie konventionell gezüchtete. Auch die EU hat diesen Weg eingeschlagen. Um Handelshemmnisse und eine Diskriminierung inländischer Produzenten zu vermeiden, sollte die Schweizer Regulierung der neuen Technologien davon nicht zu stark abweichen.
Die Initianten wollen die neuen Züchtungstechnologien dem geltenden Gentechnikgesetz unterstellen. Als dieses vor über 20 Jahren entstanden ist, gab es die neuen Züchtungstechnologien noch nicht. Die neuen Züchtungstechnologien werden häufig nicht mehr für die Züchtung von neuartigen Pflanzen eingesetzt, sondern vielmehr für die schnellere und präzisere Züchtung von Pflanzen, welche mit traditionell gezüchteten Pflanzen vergleichbar sind. Zum Beispiel bieten die Methoden das Potenzial, die Pflanzen widerstandsfähiger zu machen und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. Aus diesen Gründen müssen diese Technologien anders geregelt werden. «Sorten für morgen» begrüsst, dass der Bundesrat die neuen Technologien in einem separaten Gesetz regulieren will. Damit sich diese Technologien auch tatsächlich in der Praxis anwenden lassen, sind allerdings noch einige Anpassungen nötig. Der Verein «Sorten für morgen» setzt sich für eine praxistaugliche Lösung, für eine sichere Koexistenz und für Wahlfreit in der Schweiz ein. Er ist dabei offen für Lösungsansätze, auch von Seiten der Initianten der Lebensmittelschutz-Initiative.
Der Verein «Sorten für morgen» setzt sich dafür ein, dass die Schweiz international anschlussfähig bleibt. Unser Ziel ist es, dass die Pflanzenzüchtung rasch einen Beitrag für eine ressourcenschonende Lebensmittelproduktion leisten kann.
Weitere Informationen unter www.sortenfuermorgen.ch