Die in Spreitenbach AG ansässige «Idak Food Group» hat die Unternehmung Onoré mit Sitz in Toulouse (FR) mitsamt ihren Marken erfolgreich erworben. Onoré ist in den Märkten Frankreich und Grossbritannien fest verankert und beliefert eine breit diversifizierte Kundschaft mit hochwertigen Tiefkühl-Backwaren.
Mit dem strategischen Zukauf von Onoré baut Idak ihre Kategorie Backwaren & Patisserie mit einem komplementären Portfolio aus und stösst gleichzeitig in die europäischen Schlüsselmärkte Frankreich und Grossbritannien vor. Dadurch ergänzen sich Idak und Onoré ideal zu einer einzigartigen und führenden Unternehmung im Bereich Premium Frozen Food in Europa. Die Idak Food Group ist im Mehrheitsbesitz von Tower Brook und dem Management.
Integration von Schweizer KMU
Onoré markiert nach den Übernahmen von Kern & Sammet sowie Sorrento Sapori e Tradizioni bereits den dritten Zuwachs, seit TowerBrook im September 2024 Mehrheitsaktionär der Idak wurde. Idak verfolgt das Ziel, eine paneuropäische Unternehmung im Bereich Premium Frozen Food zu schaffen. Idak ist auf die drei Geschäftsfelder Pizza & Snacks, Fingerfood & Kartoffel sowie Backwaren & Patisserie spezialisiert. Im Jahr 2025 beschäftigte die Gruppe rund 1300 Mitarbeitende und erzielte einen Umsatz von über 330 Mio. Franken.
Backwaren & Patisserie werden von der Romer’s Hausbäckerei hergestellt, zu der auch die in Wädenswil (ZH) ansässige Kern & Sammet gehört, ein Traditionsunternehmen der Schweizer Backwarenbranche. Pizza & Snacks werden seit 2020 von der in Fregona (IT) ansässigen Margherita S. p. A. hergestellt, ebenso wie seit Mai 2025 von der Sorrento Sapori e Tradizioni S. r. l. mit Sitz in Eboli (IT).
Onoré, deren Hauptsitz in Toulouse liegt, ist in den Märkten Frankreich und Grossbritannien breit diversifiziert und seit Jahrzehnten bei ihrer Kundschaft etabliert. Sie betreibt fünf firmeneigene Produktionsstätten in Frankreich und zwei im Vereinigten Königreich, wo sie hochwertige Tiefkühl-Backwaren, Snacks, Cornish Pastys, Patisserie und Desserts herstellt. Onoré beliefert mehrheitlich nationale und internationale Gastronomie- Unternehmen, aber auch den Einzelhandel. Zu Onoré gehören in Frankreich Boncolac (Backwaren & Snacks), Mag’M (Premium Macarons), So Mochi (Premium Mochi-Eis) sowie in England Proper Cornish (Cornish Pastys und Blätterteigspezialitäten) und Cakesmiths (selbst gemachte Kuchen für Cafés). Das Unternehmen beschäftigt über 1000 Mitarbeitende und erzielte 2025 einen Umsatz von über 220 Mio. Euro.
Neues Fachforum setzt Akzente in der Tiefkühlbranche
Mit dem ersten «Food Freezing Forum» wurde Hamburg am 17. März 2026 zum Treffpunkt für zentrale Akteurinnen und Akteure der Tiefkühlbranche. Parallel zur Internorga diskutierten Fachleute aus Produktion und Technologie über innovative Gefrierprozesse, neue Qualitätsstandards und die technische Weiterentwicklung eines Bereichs, der für die Lebensmittelindustrie zunehmend strategische Bedeutung gewinnt. Im Fokus standen aktuelle Herausforderungen, Innovationen und Lösungen entlang des gesamten Food-Freezing-Prozesses – praxisnah, international und zukunftsorientiert.
Kontinuierliche und zukunftsorientierte Führung
Im Zuge des strategischen Zukaufs und auf Wunsch des bisherigen Idak-CEOs Christof Lehmann richtet Idak ihre Führung neu aus. Neuer Gruppen-CEO wird der bisherige Onoré- CEO Alexandre Vigneron, während Christof Lehmann in den Verwaltungsrat der Idak wechselt. In dieser Funktion wird er seinem Nachfolger beratend zur Seite stehen und den künftigen Weg des Unternehmens weiterhin aktiv begleiten.
Zukunft der Schweizer Backwarenbranche
Der europäische TK-Backwaren-Markt entwickelt sich zunehmend vernetzt – mit Auswirkungen auch auf die Schweizer Branchenstrukturen. Gerade bei aus Familienbetrieben entstandenen KMU stellt sich irgendwann die Frage der passenden Zukunftsplanung. Nicht immer liegen die Voraussetzungen für eine familiäre Nachfolgeregelung oder eine «Schweizer Lösung» vor.
Die Integration in eine europäisch vernetzte Unternehmensgruppe kann dann eine Option mit Zukunftsperspektiven bieten, nicht zuletzt mit Blick auf den Zugang zu neuen Logistik- und Vermarktungskanälen. Entscheidend ist dabei: Ermöglicht die Integration die Aufrechterhaltung der oft über Jahrzehnte erarbeiteten Eigenständigkeit in Bezug auf Qualität und Sortiment? Diese Frage stellt sich sowohl für die jeweiligen Unternehmen wie auch für die ganze Schweizer Backwarenbranche.