Karl Schefer Quelle: www.delinat.com

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Es braucht Bio mit Herz und Verstand

Publiziert

Das Pionierunternehmen für Bioweine konnte 2020 das 40jährige Jubiläum feiern. Lebensmittel-Industrie hat sich mit Gründer Karl Schefer unterhalten – mit dem Fokus auf die Zukunft der Land- und Ernährungswirtschaft.

In Zusammenarbeit mit ausgesuchten Partnerbetrieben in verschiedenen europäischen Ländern setzt Delinat den Leitstandard für den ökologischen Rebbau und naturnahe Kelterei. Die Delinat-Methode bietet längst auch wichtige Impulse für die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft insgesamt.

Lebensmittel-Industrie: Delinat erzielt bei Labelratings regelmässig Spitzenwerte, selbst im Vergleich zu Bio Suisse - was sind die wichtigsten Erfolgskriterien dafür?
Karl Schefer: Erstens ist es wesentlich einfacher, Richtlinien für ein einzelnes Produkt zu erstellen und zu optimieren, als solche, die von Gemüse bis Kosmetik alles abdecken müssen.
Zweitens sind wir beseelt von der Idee, aus Weinbergen lebendige Naturparadiese zu machen. Natürlich soll Wein entstehen, in genügender Menge und vorzüglicher Qualität. Doch nicht auf Kosten der Natur. Daher hat Artenvielfalt für uns immer eine zentrale Rolle gespielt. Das hat dazu geführt, dass wir Biodiversitäts-Massnahmen exakt definiert haben. Ausserdem begleiten wir unsere Produzenten, beraten sie und helfen mit praxiserprobtem Wissenstransfer. Das wird bei Label-Ratings belohnt.

Delinat-Betriebe können sich mit «Best Practice»- Zusatzleistungen bezüglich Nachhaltigkeit und Biodiversität profilieren – welche Herausforderungen und Lösungen stehen im Vordergrund?
Der Schädlings- und Krankheitsdruck nimmt mit der Zunahme der Vielfalt im Weinberg ab. Die Monokultur-Effekte zu brechen, ist das A und O. Wichtigstes Element ist das intakte Bodenleben. Auf Bearbeitung sollte verzichtet werden oder sich auf eine nur sehr oberflächlich beschränken. Nackte Böden sind Gift für alles Leben, daher ist eine ganzjährige Bodenbedeckung so wichtig. Aber auch die vertikale Biodiversität mit Bäumen, Büschen und Hecken ist unerlässlich. Es gibt keine schnellen Lösungen – unsere Winzer verbessern sich ständig, auch nach zwei Jahrzehnten Delinat-Methode.

Welche Lösungen bietet der Delinat-Ansatz über den Rebbau hinaus für die Biolandwirtschaft - und für die konventionelle Agrarwirtschaft insgesamt?
Vieles lässt sich auf andere Kulturen übertragen. Nackte Böden schädigen immer das Bodenleben, Humus wird ab- statt aufgebaut, auch in Bio-Betrieben. Auf Ebene der Vermarktung hilft es, wenn Produzenten ihre Geschichte erzählen und möglichst direkten Kontakt zu Konsumenten pflegen. Wichtig ist es, Vertrauen aufzubauen und auch Probleme und Herausforderungen anzusprechen.

Sie engagieren sich derzeit stark für die Pestizid- und die Trinkwasser-Initiative - was sind die Hauptgründe dafür?
Wir glauben nicht an einen Wandel durch politische Kräfte. Die Konsumenten müssen ihr Recht für eine lebenswerte Natur einfordern. Vor allem die Trinkwasser-Initiative hat das Zeug dazu, die Situation zu verändern. Es ist eine historische Chance, die wir nutzen sollten.

Mit der Nein-Parole zur Trinkwasser-Initiative folgte eine grosse Mehrheit der Delegierten dem Antrag des Bio Suisse-Vorstands. Ihre Einschätzung zu den Gründen?
Es sind unterschiedliche Gründe. Zum Beispiel die Angst, Privilegien zu verlieren. Aber auch verkrustete Strukturen – man kann sich gewisse Dinge einfach nicht vorstellen und wehrt sich gegen das Ungewisse. Auf jeden Fall ist zudem Druck im Spiel, einerseits vom mächtigen Bauernverband und andererseits von den Grossverteilern, die durch einen Bio-Boom nur zu verlieren hätten. Sie haben erfolgreich verhindert, dass Aldi und Lidl die Knospe erhalten, profitieren weiterhin von hoher Marge und behindern mit hohen Preisen ein schnelles Bio-Wachstum.

Was halten Sie der sehr kritischen Haltung der Bio Suisse-Leitung entgegen?
Die Haltung nenne ich nicht kritisch. Sie ist kurzsichtig und schlicht dumm. Damit erweisen sie der Bio-Bewegung und ihrem Verband einen Bärendienst. Kein einziges der Argumente ist stichhaltig, wie ich in meinem Brief dargelegt hatte, der dann zum Kassensturz gelangt ist.

Der Entscheid der Bio Suisse führte in der Öffentlichkeit zu Erstaunen und Verwirrung - Was sind aus Ihrer Sicht die Eckpunkte einer Zukunftsvision für (Bio-)Landwirtschaft?
Es braucht Bio mit Herz und Verstand. Zum Verstand gehören die wissenschaftlichen Ansätze, die in der Definition der regenerativen Landwirtschaft zu finden sind: Methoden zur Erhöhung der Biodiversität, Permakultur, Klimaschutz, Humus-Aufbau. Dazu braucht es deutlich mehr Innovation wie Maschinen, die schwere Handarbeit übernehmen einerseits und die Entwicklung zeitgemässer Produktneuheiten anstelle von Milch- und Fleischbergen.
Die Kundinnen und Kunden wollen im Herzen berührt werden. Sie legen zunehmend Wert darauf, ihre Produzenten zu verstehen und sie stellen kritische Fragen zur Herstellung. Es muss Vertrauen aufgebaut werden, mit Transparenz und emotionalen Geschichten. Im Unterschied zu Wein, bei dem jede Marke sich sehr eigenständig verkauft, gestaltet sich die Kommunikation beispielsweise für Karotten, Gerste und Birnen schwerer.
Es braucht nicht unbedingt ein neues Label, aber vermutlich ein Gütezeichen, das auf die zusätzlichen Werte hinweist und dabei die Bauern und Bäuerinnen mit ihren innovativen Leistungen ins Zentrum stellt. Bio allein ist zu abstrakt. Neue Marken könnten auf Bio basieren, vorwiegend aber Zusatzwerte wie «regenerativ», «klimapositiv», «pestizidfrei» und vieles mehr herausheben.

Weitere Informationen unter: www.delinat.com

EVENTS

Future Food Market

Food Innovations Pop-Up: Zeige verträgliche Lösungen für Mensch und Planet.

Datum: 24. - 26. September 2021

Ort: dieCuisine (CH)

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Europäische Fachmesse für Verpackung, Technik, Veredelung und Logistik

Datum: 28. - 30. September 2021

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Datum: 05. - 07. Oktober 2021

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Datum: 06. - 08. Oktober 2021

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Weltweite Ernährungsmesse für Handel und Gastronomie/Ausser-Haus-Markt

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Datum: 22. - 26. Oktober 2021

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Den ersten globalen und digitalen Branchentreffpunkt.

Datum: 25. - 28. Oktober 2021

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Ort: Zürich (CH)

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Datum: 17. - 18. November 2021

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Datum: 30. Januar - 02. Februar 2022

Ort: Köln (D)

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Datum: 09. - 11. Februar 2022

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Als internationale Weltleitmesse mit dem ausschließlichen Fokus auf Embedded-Technologien.

Datum: 15. - 17. März 2022

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Datum: 18. - 22. März 2022

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Datum: 27. - 29. März 2022

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Internationale Zuliefermesse für die Lebensmittel-und Getränkeindustrie

Datum: 26. - 29. April 2022

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Datum: 21. - 24. Juni 2022

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Datum: 21. -24. Juni 2022

Ort: München (D)

POWTECH

Pharma.Manufacturing.Excellence

Datum: 30. August - 01. September 2022

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Datum: 12. - 16. September 2022

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Drinktec Deutschland

Auf der Weltleitmesse der Getränke- und Liquid-Food-Industrie

Datum: 12. - 16. September 2022

Ort: München (D)

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Fachmesse für Energieeffizienz

Datum: 11. - 13. Oktober 2022

Ort: Nürnberg (D)

SIAL

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Südback

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Datum: 22. - 25. Oktober 2022

Ort: Stuttgart (D)

ZAGG

Schweizer Fachmesse für Gastgewerbe, Hotellerie & Gemeinschaftsgastronomie Luzern

Datum: 23. - 26. Oktober 2022

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BrauBeviale

Europäische Fachmesse für die Getränkewirtschaft

Datum: 08. - 10. November 2022

Ort: Nürnberg (D)

electronica

Komponenten, Systeme, Anwendungen, Lösungen

Datum: 15. - 18. November 2022

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all4pack Paris

The global marketplace for Packaging Processing Printing Handling

Datum: 21. - 24. November 2022

Ort: Paris (F)

EuroShop

Fachmesse für den Investitionsbedarf des Handels

Datum: 26. Februar - 02. März 2023

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interpack

Führende Messe für Prozesse und Verpackung

Datum: 04. - 10. Mai 2023

Ort: Düsseldorf (D)

iba

Die führende Weltmesse für Bäckerei, Konditorei und Snacks

Datum: 22. - 26. Oktober 2023

Ort: München (D)

Mefa

Fachmesse für Fleischwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Datum: November 2023

Ort: Basel (CH)

igeho

Internationale Plattform für Hotellerie, Gastronomie, Take-away und Care-Institutionen in der Schweiz

Datum: November 2023

Ort: Basel (CH)

Bezugsquellenverzeichnis