In der Torfräucherung von Whisky-Malz sorgt die Ionisierung jetzt dafür, dass 30-40 Prozent weniger Torf verbrannt werden müssen. Das reduziert die Belastung der Torfmoore in Schottland und Irland, macht den Prozess deutlich effizienter und reduziert den Schadstoffausstoss. Das Ionisierungsverfahren ist seit 2018 in der Fleischproduktion etabliert und wurde jetzt in einem gemeinsamen Projekt auf die Torfräucherung von Malz übertragen.
Die unveränderte Qualität des geräucherten Malzes wurde in Tests mit dem Scotch Whisky Research Institute (SWRI) bestätigt. Das neue Verfahren wurde an der Fachveranstaltung Worldwide Distilled Spirits Conference im Mai 2026 präsentiert.
«Boortmalt gehört zu den ganz Grossen in der Branche. Als sie uns das Projekt vorgeschlagen haben, haben wir sofort zugesagt. Mit der Ionisierung nun auch in der Malzräucherung mitwirken zu können, ist für uns ein riesiger Schritt», so Philipp Berchtold, CEO der Ebsmoke AG.
Herkömmliche Räucherung mit Torf ist intensiv
In der Räucherung von Whisky-Malz wird Torf verschwelt, also langsam und kontrolliert verbrannt. Dadurch entsteht ein dichter Rauch, der auf das Malzbett in der Darre geleitet wird. Phenolische Verbindungen aus dem Rauch setzen sich auf den Malzkörnern ab und verleihen ihnen das von Whisky-Liebhabern so geschätzte rauchig-würzige Aroma. Das Räuchern kann von mehreren Stunden bis zu mehreren Tage dauern.
«Das herkömmliche Räuchern kann ein sehr intensiver Prozess sein, da sich nur ein kleiner Teil der Phenole aus dem Rauch auf dem Malz absetzt. Der grösste Teil wird über die Abluft in die Umwelt entlassen.», erklärt David Cooke. Er ist bei der Boortmalt-Gruppe für die kontinuierliche Verbesserung und die Innovation zuständig.
Die Malzkörner werden «pulverbeschichtet»
Bei der Ionisierung wird der Rauch am Einlass in die Darre an Drähten mit einer Hochspannung vorbeigeführt. Jedes Rauchpartikel erhält hier eine negative elektrostatische Ladung. Um diese Ladung schnellstmöglich wieder auszugleichen, setzen sich die Rauchpartikel aktiv auf den Malzkörnern ab. Es ist das gleiche Prinzip wie bei der Pulverbeschichtung.
«In unserer Branche wird dringend nach Lösungen gesucht, um den Torfverbrauch und unseren Einfluss auf die Torfmoore zu reduzieren. Diese Technologie hilft uns dabei, genau das zu erreichen», so Cooke.
Ionisierung senkt Torfverbrauch um 30–40 Prozent
«Dank der Ionisierung sparen wir 30-40 Prozent der Torfmenge ein. Das ist eine beachtliche Verbesserung und eine grosse Unterstützung für unser Ziel, den CO2-Fussabdruck bis 2030 zu halbieren», so David Cooke. Die unveränderte Qualität des geräucherten Malzes wurde in Tests mit dem Scotch Whisky Research Institute (SWRI) getestet und validiert. Boortmalt räuchert an einem ihrer Standorte in Schottland jetzt jeden Tag mit dem neuen Verfahren.
Diese deutlichen Einsparungen sind keine Überraschung: In der industriellen Fleischproduktion wird seit 2018 mit ionisiertem Rauch geräuchert, was die Rauchdauer verbreitet um 30-50 Prozent verkürzt.
«Weltweit sind rund 170 Ionsmoke-Installationen im täglichen Einsatz», so Philipp Berchtold. «Die Anfrage von Boortmalt war ein ‘No-Brainer’. Wir bringen das Technologie-Know-how ein, Boortmalt hat die Prozesserfahrung. Über rund ein halbes Jahr hinweg haben wir die Vision gemeinsam umgesetzt, getestet, feinjustiert. Die positiven Resultate freuen uns sehr.»
Wiederholbare und konsistente Rauchprozesse als Sekundäreffekt
Besonders in der Torfräucherung von Malz ist es eine Herausforderung, Durchgang für Durchgang eine gleichbleibende Produktqualität zu erreichen. «Mit Ionsmoke räuchern wir deutlich konsistenter und mit wiederholbaren Ergebnissen», so Cooke. Auch dieser Effekt ist aus der Fleischverarbeitung bereits bekannt: «Mit der Ionisierung lässt sich der Rauch sozusagen ‘aktiv steuern’ und es kann viel präziser geräuchert werden, als mit herkömmlichem Vorgehen», so Berchtold.
Weitere Informationen unter www.ebsmoke.com/de