Agroscope-Reinraumtechnik bei der Kulturenherstellung. AGROSCOPE©, Christoph Kohn

Agroscope – die Frischkulturen im praktischen Dosierfläschchen werden in Bio-Knospe-Qualität hergestellt. AGROSCOPE©

Liebefeld Kulturen AG und Kanton Freiburg verstärken Zusammenarbeit

Publiziert

Die «Liebefeld-Kulturen» sind aus rund 100-jähriger Forschungstätigkeit der vormaligen Forschungsanstalt für Milchwirtschaft hervorgegangen. Die 2019 als neue Trägerschaft gegründete Liebefeld Kulturen AG wird nun durch eine strategische Kooperation mit dem Kanton Freiburg verstärkt.

Milch und Milchprodukte sind in der menschlichen Ernährung aufgrund ihrer Zusammensetzung wertvolle Lebensmittel. Die Verarbeitung von Milch erfolgt hauptsächlich in Käse, Butter, Konsummilch, Dauermilchwaren wie z.B. Milchpulver, Konsumrahm, Joghurt, Speiseeis sowie in diversen Milchdesserts und Quark. Unter anderem dank der einzigartigen mikrobiellen Kulturen sowie deren Reproduktion auf höchstem Niveau steht Schweizer Käse weltweit an der Qualitätsspitze.

Zukunftssicherung für Schweizer Kulturgut
Ende 2018 ist es der Milchbranche gelungen, die Stammsammlung dieser Kulturen in das gemeinsame Eigentum der Branche und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zu überführen. Die Sammlung wird von den Partnern gepflegt und erhalten: Der Bund (Agroscope) ist für Forschung und Entwicklung zuständig, während die Käsebranche (Liebefeld Kulturen AG) für die Reproduktion und den kommerziellen Verkauf verantwortlich ist. Ziel ist es, die Kulturenforschung zu erhalten, zu unterstützen und weiterzuentwickeln, die Stammsammlung zu pflegen und die Nähe zur Branche für den Verkauf sicherzustellen.

Die Liebefeld Kulturen AG, welche das exklusive Recht besitzt, Schweizer Käsekulturen aus der Stammsammlung zu kommerziellen Zwecken zu reproduzieren und zu vertreiben, und der Kanton Freiburg wollen Hand in Hand zusammenarbeiten. Das Projekt sieht vor, bis 2024 auf dem Campus Grangeneuve-Posieux ein Gebäude zu errichten, in dem die Aktivitäten der letztes Jahr gegründeten Liebefeld Kulturen AG untergebracht werden sollen. Für den Standort Grangeneuve ist diese Integration ein wichtiger Schritt zur Schaffung eines Kompetenzzentrums für Rohmilch und Lebensmittel auf nationaler Ebene.

Neue Betriebsstätte auf dem Campus Grangeneuve-Posieux
Die letztes Jahr gegründete Liebefeld Kulturen AG hat Anfang Oktober 2019 den Betrieb übernommen und lässt seither im Rahmen eines Public Private Partnerships die Liebefeld Kulturen von Mitarbeitenden von Agroscope am Standort Liebefeld reproduzieren. Im Hinblick auf den bevorstehenden Umzug der Agroscope nach Posieux sucht die Liebefeld Kulturen AG eine neue Betriebsstätte. Im Juli 2019 bestätigte das Berner Unternehmen sein Interesse am Standort Grangeneuve. Die intensiven Verhandlungen der letzten Monate führten zum Entschluss, bis 2024 auf den Campus Grangeneuve-Posieux umzuziehen, in ein neues Produktionsgebäude, welches auf dem Areal errichtet werden soll.

Es wurden mehrere Szenarien geprüft, darunter der Bau des Gebäudes durch die Liebefeld Kulturen AG und den Kanton Freiburg gemeinsam. Am Ende entschied man sich dafür, das Gebäude vom Kanton bauen zu lassen und es dem Unternehmen als Mieter zur Verfügung zu stellen. Die Liebefeld Kulturen AG wird das Gebäude über einen festen Zeitraum von dreissig Jahren mieten und eine jährliche Miete entrichten. Es handelt sich also um eine langfristige Zusammenarbeit.

Kompetenzzentrum für Rohmilch und Lebensmittel im Aufbau
Für Grangeneuve ist der Umzug der Liebefeld Kulturen AG ein wichtiger Schritt, da das Institut ein Kompetenzzentrum für Rohmilch und Lebensmittel auf nationaler Ebene schaffen will. Diese Baustelle wird einen wichtigen Schritt in der Entwicklung des Campus Grangeneuve-Posieux markieren. Die Entscheidung für den Standort Grangeneuve bietet auch der Liebefeld Kulturen AG Vorteile. Erstens kann die Kulturenreproduktion so auch weiterhin von der direkten Nähe zum Forschungscampus von Agroscope profitieren, welcher neu in Posieux stationiert sein wird. Zweitens wird die Kulturenreproduktion aber auch durch den Austausch auf dem Campus Grangeneuve-Posieux als Kompetenzzentrum für Rohmilch und Lebensmittel gestärkt werden. Das Projekt Grangeneuve bietet der Liebefeld Kulturen SA so ein doppeltes Synergiepotenzial, welches die wichtige Schnittstelle zwischen der Forschung und Entwicklung sowie der Praxis und der Beratung sicherstellt.

www.liebefeld-kulturen.ch

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