Genau darum geht es beim Frauennetzwerk Foodservice. Seit 2010 vernetzt der Verein in Deutschland Frauen aus Gastronomie, Hotellerie, Lebensmittelwirtschaft, Handel, Gemeinschaftsverpflegung und Foodservice-Industrie. Heute zählt die Plattform mehr als 290 Mitglieder und über 1500 Netzwerkerinnen. Unter dem Motto «Miteinander. Füreinander.» ist ein Raum für fachlichen Austausch, persönliche Entwicklung und Sichtbarkeit entstanden.
Seit letztem Jahr gibt es das Frauennetzwerk Foodservice auch in der Schweiz. Initiiert wurde der Schweizer Ableger von Anna Wangler und mir. Wir beide haben das Netzwerk in Deutschland kennengelernt und schnell gespürt, welche Dynamik und Kraft in dieser Form des Austauschs liegt: unkompliziert, professionell, offen und nah an den Realitäten der Branche.
Die Schweizer Foodservice-Branche ist vielfältig, innovativ und geprägt von Menschen, die in unterschiedlichsten Funktionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette jeden Tag mit voller Leidenschaft Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig erleben wir im Branchenalltag, dass Frauen in strategischen Schlüsselpositionen, auf Panels oder in den Führungsetagen noch nicht die Sichtbarkeit haben, die ihrer Bedeutung für die Branche entspricht.
Ein Netzwerk kann diese Strukturen nicht über Nacht verändern. Aber es kann etwas sehr Konkretes tun: Verbindungen schaffen, Erfahrungen zugänglich machen und Raum für offene berufliche Fragen schaffen. Es geht darum, voneinander zu lernen, Perspektiven zu teilen und sich gegenseitig bei kleinen oder grossen Schritten, Herausforderungen und Veränderungen den Rücken zu stärken.
Die ersten Veranstaltungen in der Schweiz haben gezeigt, dass der Bedarf da ist. Nach dem Auftakt im Inklusionsbetrieb Tanne Schaffhausen folgte ein Treffen im Green Kitchen Lab der ZFV-Genossenschaft in Zürich mit Nadja Lang. Dort ging es um Transformation, Führung mit Haltung und die Rolle von Frauen in einer sich wandelnden Arbeitswelt. Bei Heineken Schweiz in Luzern stand anschliessend die Gastro- und Getränkewelt im Wandel im Mittelpunkt: veränderte Konsumgewohnheiten, Marken, Nachhaltigkeit, Vielfalt und die Rolle von Frauen in einer traditionell männlich geprägten Branche. Der letzte Event, unser Sommerapéro in Zürich, hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Raum für persönlichen Austausch und neue Verbindungen innerhalb der Branche ist.
Unsere Veranstaltungen zeigen, wie vielfältig ein solches Netzwerk sein kann: fachlicher Austausch, neue Perspektiven, persönliche Begegnungen und die Möglichkeit, voneinander zu lernen. Unser Ziel ist es, Frauen aus der gesamten Foodservice-Branche miteinander zu verbinden, Sichtbarkeit zu schaffen und gemeinsam die Zukunft der Branche aktiv mitzugestalten. Dabei geht es uns um Austausch über Hierarchien und Karrierestufen hinweg – von der Nachwuchskraft bis zur erfahrenen Führungspersönlichkeit, Unternehmerin oder Expertin.
Ein besonderer Blick geht schon jetzt nach Hamburg: Am 10. November 2026 findet dort das 12. Frauenforum Foodservice statt. Das Forum ist die zentrale Netzwerkveranstaltung des Gesamtvereins und bringt jedes Jahr rund 300 Frauen aus der Branche zusammen. Für uns in der Schweiz ist es eine schöne Möglichkeit, über Ländergrenzen hinweg zu netzwerken und Teil dieser starken Community zu werden.
Denn die Themen, die unsere Branche bewegen, enden nicht an nationalen Grenzen. Fachkräftesicherung, moderne Führung, Nachhaltigkeit, Transformation und die Sichtbarkeit von Frauen betreffen uns alle. Je enger wir uns vernetzen, desto wirkungsvoller können wir diese Themen gemeinsam angehen.