Gewusst wie – gemeinsam die Zukunft entwickeln!


Silvana Gmür wirkt seit Anfang 2018 bei Emmi als «Global Head New Business and Innovation». Im Brancheninterview gibt sie Auskunft, welche Aufgaben damit verbunden sind und welche Ziele Emmi auf ihrer Innovationsreise ansteuert. Die Früherkennung von Trends mit einem Fokus auf die Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten ist dabei besonders wichtig. Mit Blick auf den Wandel und die Vielfalt der heutigen Ernährungsbedürfnisse ist Silvana Gmür überzeugt: «Die Entwicklung geht Richtung individualisierter Ernährung.»

Für die praxisfähige Umsetzung der Innovationprozesse stimmt sich das Innovations- und New Business-Team der Emmi-Zentrale laufend mit den Fachabteilungen und den Produktionsbetrieben ab. «Der Dialog und die Vernetzung sind sehr wichtig. So können wir von der Grösse und Diversität unseres Unternehmens profitieren», erläutert Silvana Gmür Vorteile. Die Vielfalt zeigt sich auch im Sortimentsspektrum, wobei spezifische Ernährungsbedürfnisse eine ebenso grosse Bedeutung zukommt wie Qualitätsstandards und Labelanforderungen. Nachhaltigkeitsziele setzt sich Emmi zudem bei den betrieblichen Abläufen, etwa bei der sinnvollen Verwertung von Molke und weiterer Nebenprodukte: «Es ist uns wichtig, bei Nebenprodukten, wo immer möglich, geschlossene Waren- und Wertschöpfungskreisläufe zu etablieren.»

Das vernetzte und wirkungsvolle Handeln entlang der Wertschöpfungskreisläufe stand auch bei den zweiten «Bühler Networking Days» in Uzwil im Fokus. 800 Unternehmen, Industriepartner, WissenschafterInnen und Start-ups bot sich ein fachlich hochstehendes Forum, um gemäss der gemeinsamen Zielsetzung «Creating tomorrow together» Ideen auszutauschen und die Zusammenarbeit zu fördern. Der Fokus lag dabei auf zwei Schlüsselfragen: Wie können wir im Jahr 2050 eine Weltbevölkerung von fast 10 Milliarden nachhaltig und gesund ernähren? Und wie stellen wir ihre Mobilität sicher?

Das neue Backstudio der Hefe Schweiz AG symbolisiert am Beispiel der Backwarenbranche den notwendigen Wandel. Als langjähriger Geschäftsführer erläutert Thomas Gamper die konkreten Vorteile: «Wir müssen unserer Kundschaft mehr bieten als Hefepackungen. Mit dem Backstudio haben wir in die Zukunft investiert. Wir können nun viel besser auf die Bedürfnisse der Kundschaft eingehen. Um den direkten Fachaustausch zu pflegen, bietet das Backstudio nun das ideale und praxisnahe Umfeld.»

Mit der Fachkonferenz Brennpunkt Nahrung steht am 5. November einmal mehr ein wichtiger Treffpunkt für die Agrar- und Lebensmittelwirtschaft bevor. Als Teil des vielfältigen Tagungsprogramms stellen sich erneut eine Reihe von Start-up-Unternehmen vor. Zur Einstimmung hat Lebensmittel-Industrie einige von ihnen zu ihrer Motivation und ihren kreativen Angeboten befragt.

Peter Jossi
Chefredaktor



LEBENSMITTEL-INDUSTRIE 9/10 2019