Smarte Lösungen für smarte Fachleute

Der Einsatz digitaler Monitoringsysteme mit drahtlos vernetzten Fallen vermindert den Einsatz von Giftstoffen. Zeitgemässe Methoden des Schädlingsmonitorings tragen gleichzeitig dazu bei, verschärftere rechtliche Auflagen zu erfüllen.

▶ PETER JOSSI

Anticimex Schweiz hat kürzlich Fachleute aus unterschiedlichen Branchen zu einem Informationsanlass über neue Trends in der Schädlingsbekämpfung ins KKLB, Kunst und Kultur im Landessender Beromünster, in die Zentralschweiz eingeladen. Rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfuhren aus erster Hand, was die neuesten Trends in der modernen Schädlingsbekämpfung sind. Dabei stand das intelligente System Smart von Anticimex im Mittelpunkt. Ein ausgeklügeltes Bekämpfungssystem, das durch digitale Überwachung rund um die Uhr einen Schädlingsbefall von Nagern, und neu auch von Insekten wie Motten und Schaben, frühzeitig erkennt sowie effizient und umweltfreundlich eliminiert. Durch die sofortige Alarmierung wird das Risiko von Folgeschäden sowie einer kostspieligen Bekämpfung für den Betrieb reduziert.

Einsatz von Giftstoffen eingeschränkt
Manuel Wegmann, Geschäftsführer von Anticimex Schweiz, erläuterte in seinem Einstiegsreferat das regulatorische Umfeld der Schädlingsbekämpfung. Die rodentiziden Wirkstoffe, sogenannte Antikoagulantien, wurden neu beurteilt und sind als reproduktionstoxisch eingestuft. Dies hat die Kennzeichnung der Verpackungen mit dem GHS 08 Symbol zur Folge. Seit dem 1. März 2018 ist deshalb die permanente Beköderung mit Rodentiziden für berufliche Anwender ohne Fachbewilligung nicht mehr erlaubt. Für Anwender mit Fachbewilligung wurde die Puls- und Permanentbeköderung stark eingeschränkt. Wegmann sagte: «Grundsätzlich lohnt es sich für einen Industriebetrieb, in die Prävention und das Monitoring zu investieren. Wenn beide Massnahmen greifen, erübrigt sich oft die Behandlung mit Giftködern.»

Smart-Technologie ermöglicht Paradigmenwechsel
Gespannt war das Publikum auch auf den zweiten Vortrag. Klaus Baagøe-Nielsen, Leiter Training und Education Anticimex Innovation Center, reiste extra aus Dänemark für diesen Fachanlass in die Schweiz. Er präsentierte die neue Smart-Technologie, die einen Paradigmenwechsel in der modernen Schädlingsbekämpfung bedeutet und die Industrie verändern wird. Im Gegensatz zu traditionellen Lösungen mit regelmässigen Kontrollintervallen fokussiert Smart auf die permanente Überwachung von Risikozonen zur Früherkennung von Schädlingsaktivitäten und ist technologie- und datengesteuert.

Die Smart Box von Anticimex.

Technische Aspekte und Umsetzungsbeispiele in der Praxis vermittelte Frank Baumann in seiner Präsentation. Er ist als Niederlassungsleiter am Hauptsitz Zürich im Einsatz an der Front und kennt alle möglichen Arten von Schädlingsbefall. Getreideverarbeiter, Getränke- und Süsswarenhersteller und Kaffeebohnenimporteure zählen genauso auf die langjährige Erfahrung von Baumann wie die Pharma- und Medtech-Branche oder Spitäler und Altersheime. An konkreten Beispielen erklärte er die Anwendung der Smart Pipe für die Rattenbekämpfung in der Kanalisation und der Smart Box für Bekämpfung im Aussenbereich. Im Innenbereich kommen die Einzelfalle Smart Catch oder der Detektor Smart Eye zum Einsatz.

Mit der Lancierung der Smart Sense für die Früherkennung von Insektenbefall wie Motten und Schaben wird die Smart-Familie von Anticimex vervollständigt. Smart Sense darf durchaus als Weltneuheit in der Branche bezeichnet werden. Baumann zieht am Schluss das Fazit: «Erfolgreich ist die Schädlingsbekämpfung immer dann, wenn die Expertise des Fachmanns gepaart mit einem intelligenten Monitoringsystem zu einer massgeschneiderten Lösung führt.»

Risikomanagement und Selbstverantwortung

Ein wichtiger Aspekt für eine wirkungsvolle Schädlingsprävention ist eine unabhängige Risikobeurteilung des Betriebs. Dabei wird vor allem das Gefahrenpotenzial für Schädlinge im Gebäude und ausserhalb erkannt und bewertet. Entscheidend ist auch die Gefahr der Einschleppung von Schädlingen durch Lieferanten, Mitarbeiter, zugelieferte Rohstoffe, Verpackungsmaterialien und anderes. Aufgrund der Risikobeurteilung wird das individuelle Schädlingsmonitoring aufgebaut. Durch regelmässige und engmaschige Kontrollen kann ein Schädlingsbefall schnell identifiziert und sofort eliminiert werden.

Die drei Fachspezialisten von Anticimex (v.l.n.r.): Manuel Wegmann, Geschäftsführer Anticimex Schweiz, Klaus Baagøe-Nielsen, Leiter Training und Education Anticimex Innovation Center Dänemark, und Frank Baumann, Leiter Niederlassung Zürich Anticimex Schweiz.

Trotz der externen elektronischen Überwachung tragen die Unternehmen letztlich die Hauptverantwortung für den Erfolg zeitgemässer Schädlingskontrolle. Dies gilt neben der täglichen Betriebspraxis vor allem bei der Umsetzung der von den Schädlingsexperten empfohlenen baulichen und arbeitstechnischen Massnahmen.

Anticimex Schweiz
Anticimex ist das führende Dienstleistungsunternehmen für die moderne Schädlingsbekämpfung sowie Vogelabwehr in der Schweiz. Durch Prävention, neue Technologien und nachhaltige Lösungen erfüllt es die erhöhten Anforderungen nach gesunden und schädlingsfreien Umgebungen sowohl für Privatpersonen wie auch für Unternehmungen. Dank der lokalen Präsenz in der ganzen Schweiz sind die Anticimex-Spezialisten immer nahe beim Kunden und auch bei Notfällen schnell vor Ort. Der Hauptsitz von Anticimex Schweiz ist in Glattbrugg (ZH). Eine Niederlassung besteht in der Westschweiz in Vernier (GE). Der Aussendienst ist in die acht Regionen Zürich, Aarau, Basel, Bern, Ostschweiz, Zentralschweiz, Tessin und Westschweiz sowie in ein Sonderteam für die Vogelabwehr unterteilt. Geschäftsführer von Anticimex Schweiz ist Manuel Wegmann. Das Unternehmen beschäftigt über 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Vor der Übernahme im Jahr 2013 durch das international tätige Unternehmen Anticimex aus Schweden war die Firma in der Schweiz unter dem Namen ISS Pest Control bekannt. Das Mutterhaus von Anticimex wurde bereits 1934 in Schweden gegründet. Heute ist der Konzern in 17 Ländern vertreten und hat über 4500 Mitarbeitende.



LEBENSMITTEL-INDUSTRIE 1/2 2019