4G im Foodbereich

Das 7. Ostschweizer Food Forum widmete sich dem Thema «Genuss im Wandel» und was alles dazwischen geschieht. So diskutierten die Anwesenden über Flexitarier, den richtigen Zeitpunkt der Geschäftsübergabe sowie den Einfluss verschiedener Gesellschaften.

▶ SIMONE MAY, FRANK BUROSE

Genuss im Wandel – zwischen Generation, Grenzen, Gesellschaften und Geschäftsmodellen – rund um diese 4G’s drehte sich das diesjährige Ostschweizer Food Forum, welches von Agro Marketing Thurgau und dem Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft erstmals gemeinsam mit dem Trägerverein Culinarium in St. Gallen organisiert wurde. Vor über 100 Teilnehmenden erklärten die hochkarätigen Referierenden, wie beispielsweise Hanni Rützler, Food-Trendforscherin aus Wien, wie sich der Genuss wandelt und neue Trends entstehen.

Hanni Rützler präsentiert die neusten Genusstrends.

Wenn aus Rohem Kulturelles entsteht Mit dem Statement, Bilder von Food-Tattoos zu sammeln, und dem dazugehörenden Anschauungsmaterial begeisterte Hanni Rützler das Publikum bereits von der ersten Minute an. Essen ist heute auch ein Statement, die junge Generation möchte wissen, wie es entsteht und zubereitet wird und sie möchte wählen können. «Flexitarier entscheiden sich ab und zu für Fleisch und, wenn sie es tun, dann mit gutem Gewissen», erklärt die gebürtige Bregenzerin und weist auch darauf hin, dass man Trends kritisch hinterfragen soll: «Behandeln Sie den Kunden liebevoll, auch wenn sie seine Entscheidungen nicht immer nachvollziehen können.»

Immer schneller und anders
Den Wandel im Handel selbst erlebt hat auch Sacha Kaufmann: «Als Kind kauften wir noch im Migros-Wagen ein, der ins Dorf kam.» Heute arbeitet er bei CC Aligro, dem Abholmarkt für Gastronomiebedarf. Die Herausforderungen sieht Kaufmann darin, dass alles sehr schnell geworden ist. «Lieferungen mit Zustellrobotern sind heute noch Zukunftsmusik, vor fünfzehn Jahren hätte aber auch noch niemand online Essen bestellt. Wer dabei bleiben möchte, der darf seine Augen nicht vor diesen Trends verschliessen.»

Büffelfleisch der nächste Trend?
Als Liebhaber von Büffelmozzarella liess Martin Jaser ein Zeitungsbericht über die Produktion aufhorchen. Da die männlichen Büffel keine Milch geben, lässt man diese meist qualvoll sterben. Das Fleisch wird nicht genutzt. Gemeinsam mit seinem Kollegen gründete Martin Jaser das Start-up «Büffel Bill». Dies vermarktet Büffelfleisch in vielen Variationen. «Unsere Abnehmer sind vor allem Spitzengastronomen und wir sind auch auf der Suche nach interessierten Landwirten, die Büffel halten wollen.» Vielleicht ein neuer Trend und vielleicht gehört Büffelfleisch in ein paar Jahren auch zum festen Bestandteil unseres Speiseplans wie Poulet oder Rind.

Hanni Rützler im Gespräch mit Moderator Stefan Nägeli.

Forum für die (Ost-)Schweizer Ernährungswirtschaft
Das Ostschweizer Food Forum fördert den Austausch zwischen Unternehmen der Land- und Ernährungswirtschaft in Form von Tagungen und weiteren Vernetzungsanlässen. Im Rahmen des Ostschweizer Food Forums 2019 fand in Zusammenarbeit mit dem Trägerverein Culinarium erstmals ein Treffpunkt für Macher und Entscheider der Land- und Ernährungswirtschaft sowie für Vertreter aus Gastronomie und Handel statt. Vorträge, Seminare, ein Marktplatz, viele Netzwerkmöglichkeiten und der separat buchbare Genussabend machen diesen Tag zu einem Highlight gleich zum Jahresbeginn.

https://foodforum.ch/food-forum-2019/
❱ Agro Marketing Thurgau AG, Tel. +41 58 346 05 50, www.agro-marketing.ch
❱ Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft, Tel. +41 71 626 05 15, www.ernaehrungswirtschaft.ch



LEBENSMITTEL-INDUSTRIE 1/2 2019