Aus der Schweiz rund um die Welt


Liebe Leserin, lieber Leser

Der Schweizer Marktplatz ist für seine Innovationskraft bekannt. Mit dabei ist auch die Lebensmittelindustrie. Dass die helvetische Nahrungsmittelbranche insbesondere auch weltweit in der obersten Liga spielt, stellt sie erneut eindrücklich unter Beweis. Zwei Beispiele aus dem Bereich der Schokoladenproduktion zeigen neue Produktionsprozesse auf, welche global wegweisend sein können.

Kürzlich stellte Nestlé eine Weltneuheit vor. Dabei handelt es sich um den ersten strukturierten Zucker, der den Zuckergehalt in Süsswaren drastisch reduzieren kann. Die Methode wurde in Lausanne und Konolfingen entwickelt. Bereits im letzten Jahr gelang es dem Konzern, den Süssanteil in diversen Produkten zu reduzieren. Konkret: 2017 hat Nestlé Schweiz 111 Tonnen zugesetzten Zucker aus seinen Produkten entfernt. Anders ausgedrückt: Besagte Menge entspricht 22 Millionen Teelöffeln Zucker, welche die Kunden weniger konsumierten. Der Nahrungsmittelhersteller geht nun noch einen Schritt weiter. Kürzlich hat das Unternehmen das Produkt Milkybar Wowsomes präsentiert (Seite 6). Dabei handelt es sich um die erste Schokolade, die den neuen Strukturzucker von Nestlé verwendet, durch den der Zuckergehalt gegenüber vergleichbaren Produkten um satte 30 Prozent reduziert wird. Bis wann der Riegel, der unter anderem Milch und knuspriges Haferflockengetreide enthält, in die hiesigen Läden kommt, ist noch nicht entschieden. Das Produkt soll vorerst in Grossbritannien und Irland in den Handel kommen – was die Internationalität des Konzerns unterstreicht.

Global unterwegs ist auch Dieter Meier mit seiner neu entwickelten Schokolade. Vorerst wird das Produkt in einem eigenen Lokal in Zürich verkauft. Der umtriebige Unternehmer und Musiker hegt jedoch ehrgeizige Pläne. In unserem Interview erzählt Meier: «Wir wollen den Fokus nicht nur auf den Schweizer Markt legen. Wir suchen in Europa und vor allem auch im Mittleren Osten und in Hongkong nach kleinen Ladenlokalen.» Um den Absatz zusätzlich zu steigern, will er auch einen Webshop aufbauen. Um dieses Ziel erreichen zu können, braucht Meier zuerst eine Produktionsstätte, welche grössere Mengen Schokoladen produzieren kann. Bis im Herbst 2018 will er eine Betriebsstätte für rund 80 Mitarbeitende beziehen. Wo diese künftig domiziliert sein wird, lässt er neuerdings offen. Noch vor wenigen Monaten kommunizierte Meier den Standort Glarnerland, was er jetzt nicht mehr bestätigen mag. Dafür gewährt er Einblick in das von der ZHAW entwickelte Herstellungsverfahren. Auf einen einfachen Nenner gebracht: Die Kakaobohne wird zermahlen und das Pulver mit Wasser vermengt, worauf das Produkt durch einen mehrstufigen Extraktionsprozess geschickt wird (Seite 8). Ich wünsche Ihnen spannende Einblicke!

Christoph Hämmig
Chefredaktor



Lebensmittel-Industrie Ausgabe April 3/4 2018