Wissen, woher das Gemüse kommt


Lebensmittel müssen sicher sein. Voraussetzung ist eine lückenlose Nach- und Rückverfolgbarkeit von Produkten und Prozessen in der Supply Chain. GS1 Schweiz hat hierfür mit fTRACE die passende Lösung.

Birgit Kretzer*


Hersteller, Verarbeiter und Distributoren fragen sich zunehmend, wie verlässlich die Daten in ihrer Lieferkette eigentlich sind. Gleichzeitig steigen die gesetzlichen Anforderungen im Lebensmittelbereich stetig.

fTRACE ist eine Plattform, auf der Hersteller und Händler Informationen zur Herkunft, Verarbeitung und Qualität ihrer Produkte zentral bereitstellen können.

Mehr als nur Transprenz
Zu wissen woher ein Produkt kommt, welche Stationen es durchläuft und wie der Herstellungsprozess zu bewerten ist, ist für den Produzenten, den Verarbeiter und den Vertrieb wichtig, um rechtssicher und kundenorientiert produzieren und handeln zu können. Eine chargengenaue, lückenlose Nach- und Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und deren Produktions- und Verarbeitungsbedingungen macht GS1 Schweiz mit fTRACE möglich. fTRACE ist eine Plattform, auf der Hersteller und Händler Informationen zur Herkunft, Verarbeitung und Qualität ihrer Produkte zentral bereitstellen können. Die Technologie von fTRACE basiert auf dem globalen GS1 Standard EPCIS (Electronic Product Code Information Services), über den Informationen in der Lieferkette gezielt und in Echtzeit ausgetauscht werden können. Als Informationen gelten alle Ereignisse, die sich bei der Durchführung eines Geschäftsprozesses entlang der Lieferkette ergeben. Wird ein Produkt geerntet, verarbeitet oder versendet geht das jeweilige «Event» mit den Mindestinformationen (Was, Wann, Wo, Warum) in die cloudbasierte fTRACE Datenbank ein. Je nach Autorisierung können alle an der Lieferkette Beteiligten auf die Informationen zugreifen.

Rückverfolgbarkeit garantieren
Im EPCIS-Format werden die bestehenden Standards wie GTIN (Global Trade Identification Number), GLN (Global Location Number) respektive GGN (Global Gap Number) sowie die Warenloskennung erfasst. Was, wann und wo mit welchen Produkten geschieht, kann so direkt beim Scanning in Produktionsanlagen, Warenein- und ausgang oder via Webplattformen übermittelt werden. Erfolgt nun eine Abfrage über fTRACE, werden die verfügbaren Daten nach dem fTRACE Algorithmus über den globalen Schnittstellenstandard EPCIS zusammengeführt und nachverfolgt. Unternehmen können auf diesem Weg Daten zu Warenchargen gemäss rechtlicher Vorgaben absichern und chargenbasierende, unternehmensübergreifende Nach- und Rückverfolgbarkeit garantieren.

Präziser Rückruf möglich
Müssen in einem Risiko- oder Krisenfall Produktionseinheiten geprüft oder zurückgerufen werden, kann durch die chargengenaue Transparenz die Reaktionszeit verkürzt und die Präzision des Rückrufs erhöht werden. Das spart Kosten und schützt den Markenwert. Durch die digitale Dokumentation der Lieferkette lassen sich auch interne Abläufe optimieren. Papierprozesse fallen weg und Prozesszeiten verkürzen sich. Zudem lassen sich Lieferverzögerungen frühzeitig erkennen und Mengenprognosen aufstellen. Regionenbezogene Reportings helfen dabei, kritische Lieferanten oder Verarbeiter herauszufiltern.

*Redaktorin GS1 network



Lebensmittel-Industrie Ausgabe 5/6 Juni 2017